• 0

Von Catharina Siemer

DER VERSUCH EINER DEFINITION

Wenn man anfängt, sich mit dem Thema Social Media Marketing (SoMeMa) auseinander zu setzen, kommt man nicht um die Frage: Social Media Marketing – Was ist das eigentlich? Klar, in Zeiten der Allgegenwärtigkeit von Facebook, Instagram, Twitter und Co. ist es ganz normal geworden, dass Unternehmen diese Kanäle (mehr oder weniger sinnvoll) für die Unternehmenskommunikation nutzen. Ganz gleich, ob man das Social Web schon als Sprachrohr nutzt oder damit anfangen möchte – im Zuge der schnelllebigen Online-Trends ist es hilfreich, sich zunächst die Frage zu stellen, womit man es überhaupt zu tun hat. Denn: Ohne Strategie und Konzept wird man kaum an das Ziel gelangen und eher enttäuscht, wenn Erfolge ausbleiben. Also: Was ist Social Media Marketing?

Auf der Suche nach einer Antwort durch ausführliches Googeln gelangt man zu vielen verschiedenen Definitionen und am Ende hat man vielleicht eine grobe Ahnung davon, was SoMeMa beinhaltet, aber eine greifbare Definition, mit der man arbeiten kann und die das Thema in ein, zwei kompakte Sätze zusammenfasst, hat man immer noch nicht. Warum ist das so?
Möglicherweise liegt das Problem bei unserer Vorstellung, für alles Abstrakte eine Definition zu finden. Das geht mir nicht anders: Ich liebe Definitionen. Sie bringen mir Themen in kompakter Weise näher und geben mir einen roten Faden an die Hand. Das wiederum gibt mir Sicherheit, wenn ich mich mit einem Thema näher auseinandersetze, weil ich etwas habe, auf das ich zurückgreifen kann, wenn ich an einen Punkt gelange, an dem es kompliziert oder unverständlich wird. Und da genau da liegt der Hase im Pfeffer: SoMeMa kann aus meiner Sicht nur unzureichend definiert werden, da es sich noch ziemlich in den Kinderschuhen befindet. Oder – wie es ein Kollege neulich sehr treffend ausgedrückt hat: „Zur Zeit befindet sich Social Media Marketing irgendwo zwischen Pubertät und erstem Job.“ Einiges scheint mittlerweile verstanden, Abläufe und Strategien erprobt, aber noch nicht gefestigt. Es wird noch viel experimentiert und in vielen Unternehmen hat SoMeMa noch lange nicht den Stellenwert wie klassisches Marketing und muss immer wieder um seine Daseins-Berechtigung kämpfen.
Das zweite Problem liegt im Begriff selbst: Um SoMeMa definieren zu können, müssten wir als erstes Social Media definieren. Klassischerweise (sofern man hier schon von „klassisch“ sprechen kann) zählen dazu die bekannten sozialen Netzwerke wie Facebook, Instagram, Twitter, Xing und Co. Und es kommen immer neue dazu: Snapchat steht hoch im Kurs. Auch WhatsApp wird von immer häufiger zur Unternehmenskommunikation genutzt. Bei letzterem handelt es sich zwar streng genommen um einen Messenger, wird aber trotzdem häufig zu den sozialen Netzwerken gezählt.
Hilfreich ist es deshalb, sich eher zu fragen: Worum geht es? Letztendlich geht es beim SoMeMa um Kommunikation mit den Menschen, für die das Produkt oder Dienstleistung Relevanz hat, sprich um die Kommunikation mit der Zielgruppe. Ich schreibe hier bewusst „Menschen“ und nicht Kunde, denn es geht um authentische Kommunikation und darum, Beziehungen herzustellen. Das ist der große Unterschied zum klassischen Marketing, bei dem es darum geht, eine Botschaft an den Kunden zu transportieren.
Was mich zur nächsten Hürde bei der Definition von SoMeMa bringt: Das Wort „Marketing“ ist im Grunde genommen missverständlich, denn Marketing ist ein definierter Prozess mit definierten Abläufen. Begriffe und Prozesse des Marketings stehen mittlerweile in einer Tradition, die in den Köpfen etabliert ist. Das macht es für das neue Kommunikations-Werkzeug Social Media schwer, denn es funktioniert anders als klassisches Marketing. Wer also denkt, es reicht, auf den Social Media Kanälen die gleichen Botschaften wie in Anzeigen und Pressemitteilungen zu veröffentlichen, wird das Ziel verfehlen.

So sollte meiner Meinung nach zunächst der Begriff Social Media Marketing umgedacht werden, um den Grundstein für die Strategie zu setzen, die man sich für seine Unternehmenskommunikation konzipiert. Solange wir in Marketingstrukturen denken, werden wir nicht das volle Potenzial einer Social Media gestützten Kommunikation ausschöpfen können.
Vielmehr sollten wir zwei Attribute mit Social Media verknüpfen und diese in unseren Köpfen verankern:

Kommunikation + Authentizität

Dann erschließen sich auch die Vorteile einer SoMeKom für mein Unternehmen. Diese sind im einzelnen:

  • Kontakt zu Menschen, für die mein Produkt/ Dienstleistung Relevanz hat, haben kann und haben wird
  • Beziehungen zu den Menschen, die sich für mein Produkt/ Dienstleistung interessieren
  • Etablierung meiner Marke und Markenbildung (durch Kommunikation, die für meine Marke bezeichnet ist —> Wording + Bildsprache)
  • Imagepflege meiner Marke durch direkte Kommunikation (z.B. in Krisensituationen)
  • Besuchergenerierung und damit Abverkauf
  • Reputationsaufbau

Ziemlich viele Vorteile oder? Ein weiterer, wesentlicher Pluspunkt sind die geringen Kosten: Die Nutzung der Social Media Kanäle ist kostenfrei – ganz im Gegensatz zur klassischen Printanzeige, TV- oder Radiowerbung. Und: Sie können im Grunde genommen In-house erstellt werden. Denn authentisch Kommunizieren bedeutet auch eine authentische Bildsprache. Hochglanz-Bilder haben in den Social Media Kanälen ebenso wenig verloren, wie Marketing-Sprech.
Im Grunde genommen bedarf es nur eins: Mut. Mut, anders zu denken, anders zu kommunizieren und zu experimentieren.
Klingt einfacher als getan? Stimmt. Deshalb werde ich hier Stück für Stück ein paar Werkzeuge an die Hand geben, mit denen die eigene Social Media Strategie schwuppdiwupp steht. Und: Soviel kann ich versprechen – es macht Spaß!

Also: Ahoi – auf zu neuen Ufern!

Eure Catharina a.k.a diesiemer

Catharina Siemer
Über Catharina Siemer
Medienwissenschaftlerin, Beraterin für Online Kommunikation und Bloggerin mit Leidenschaft für's Backen, Laufen und David Bowie. Als Doktorandin an der HBK Braunschweig forsche ich zum Phänomen "Partizipation im Social Web" und der Frage, wie Unternehmen Online Kommunikation sinnvoll gestalten können. P.S.: Norddeutscher Humor gibt's on Top. Bis bald!

Noch keine Kommentare

Leave a Comment

SOCIAL MEDIA MARKETING – WAS IST DAS EIGENTLICH?