• 0

Von Catharina Siemer

EIN KLEINER WEGWEISER IM SOCIAL MEDIA DSCHUNGEL

Sie haben sich dazu entschlossen, mit Social Media Marketing auf Ihr Unternehmen aufmerksam zu machen? Super! Jetzt fragen Sie sich bestimmt: „Welchen Kanal soll ich bespielen? Etwa alle??“ Bitte nicht! Tun Sie sich selbst den Gefallen und konzentrieren Sie sich erst mal auf einen bis drei Kanäle. Nur welcher ist der Richtige für mich? Wo liegen die Unterschiede und wen erreiche ich wo? Ich kann Ihnen diese Entscheidung zwar nicht abnehmen, aber ich kann Sie vielleicht bei der Wahl ein wenig unterstützen. Deshalb stelle ich Ihnen heute drei Kanäle vor, die für mich zu den Wichtigsten gehören: Facebook, Instagram und der Corporate Blog. Ein kleiner Wegweiser durch den Dschungel der sozialen Netzwerke. Viel Spaß!

Aller Anfang ist schwer – Gitarre spielen, Tanzen, Stricken oder eben eine neue Form des Marketing. Ganz ohne Anstrengung geht’s leider nicht. Und vielleicht kennen Sie das auch: Als Kinder haben wir neugierig und freudig bei Neuem drauf los gelegt. Zumindest war das bei mir so: Wenn es etwas neues zu lernen gab, habe ich es gierig aufgesogen, ohne mir Gedanken über den Sinn zu machen. Als erwachsene, verantwortungsbewusste Unternehmer, die die Zahlen und den Erfolg eines Unternehmens im Blick haben, geht diese Leichtigkeit oft verloren. Effizienz ist ein Stichwort, das uns tagtäglich begleitet. Bevor wir mit einer Maßnahme beginnen, fragen wir uns, ob sie zielführend und effizient ist.
Die Königsdisziplin im Social Media Marketing ist für mich, beides zu kombinieren: Effizientes, zielführendes Denken plus Neugierde und Experimentierfreude. Das bedeutet zum einen, genau zu wissen, welchen Kanal ich wie bespielen möchte, zum anderen aber auch, innerhalb der übergeordneten Strategie, mutig und experimentell zu agieren. Letzteres kann ich aber nur, wenn ich sicher bin, in dem, was ich tue. Das wiederum verlangt nach guter Vorbereitung – wer ziellos durch den Social Media Dschungel irrt, verliert schnell die Lust, ist frustriert und wird keine Erfolge sehen. Also wohin soll die Reise gehen?

FACEBOOK

Informativ, kommunikativ, mehrwertig

Kommt Ihnen beim Stichwort Social Media auch als erstes Facebook in den Sinn? In Hinblick auf die Nutzerzahlen ist das nicht verwunderlich: Mittlerweile zählt das Netzwerk über 1,55 Milliarden monatliche Nutzer weltweit und ist damit seit seinem Launch 2004 sozusagen zum großen Bruder des Social Web herangewachsen.
Mittlerweile hält der Riese viele verschiedene Möglichkeiten der Kommunikation bereit, die sich in vier Hauptkategorien gliedern lassen:

1. Posts
Das Herzstück von facebook und Ausgangspunkt jeder Kommunikation: Er kann entweder als Einzelpost, mit einem Bild oder als sogenannter Carousel-Post mit 2 bis 5 Bildern veröffentlicht werden. Seit Kurzem bietet das Netzwerk auch das Live-Streaming an, mit dem Unternehmen Insides von Events, dem Arbeitsalltag, Einblicke in die Produktion oder Portraits von Mitarbeitern in Echtzeit veröffentlichen können. Damit bietet Facebook äußerst spannende und umfangreiche Möglichkeiten für Unternehmen, auf sich aufmerksam zu machen.

2. Community Management
Unter Community Management, kur CT, versteht man die Kommunikation bzw. die Gespräche, die mit den Fans stattfinden. Das können Kommentare unter den Posts sein oder persönliche Nachrichten. Als Unternehmen sollten Sie Anfragen oder Kommentare der User ernst nehmen und möglichst schnell, am besten innerhalb von 24 Stunden, antworten. Hier lassen sich wertvolle Rückschlüsse für Ihr Unternehmen ziehen.

3. Ads
Ads – also Werbeanzeigen – sind für Unternehmen eine gute und günstige Möglichkeit, viele User zu erreichen. Ads können für einzelne Posts geschaltet werden und z.B. auf eine Landinpage Ihrer Website verlinken, oder aber für Ihre Fanpage. Letzteres bietet sich an, um mehr Fans zu generieren und sind daher gerade am Anfang Ihrer Facebook-Aktivitäten sinnvoll und hilfreich. Das Tolle an Ads auf Facebook ist, dass sie im Gegensatz zu einer Printanzeige äußerst günstig sind. Außerdem können Sie das Targeting sehr genau einstellen – heißt, Sie können festlegen, wen Ihre Botschaft erreichen soll. Vom Geschlecht, über den Wohnort bis hin zum Alter und Interessen ist hier vieles möglich. Eine Step-by-Step Anleitung finden Sie hier.

4. Gewinnspiele, Kooperationen, Produktinnovationen, Forschung
Gewinnspiele und Kooperationen bringen Ihnen unkompliziert viel Aufmerksamkeit – zum Beispiel können Sie sich ein bekannteres Unternehmen mit einer hohen Reichweite suchen, das zu Ihrem Unternehmen, Produkt oder Dienstleistung passt. Schnüren Sie ein gemeinsames Gewinnpaket und konzipieren Sie eine gemeinsame Fragestellung, die die Nutzer zum Mitmachen motiviert. Et voilá – Schon erreichen Sie in kürzester Zeit sehr viele Menschen.
Oder aber Sie binden Ihre Fangemeinde bei der Entwicklung eines Produkts oder einer neuen Dienstleistung ein: Lassen Sie Ihre Fans die Verpackung wählen und belohnen Sie sie mit einem Gewinn. Sie möchten wissen, wie ein Produkt oder eine Kampagne ankommt? Fragen Sie Ihre Fangemeinde! Schneller und unkomplizierter können Sie dieses wertvolle Feedback nicht bekommen!

Kurz: Sehen Sie das Netzwerk als Service-Tool, mit dem Sie die Community abholen können, Fragen beantworten und mit sich ins Gespräch bringen. Sie können dort vor allem mit informativen, produktbezogenen und mehrwertigen Inhalten punkten.

Hauptaltersgruppe: 25 – 44 Jahre

INSTAGRAM

Visuell, nahbar, inspirativ

Die Foto-App wurde 2010 im App-Store bereit gestellt und zählt mittlerweile etwa 400 Mio Nutzer weltweit. In Abgrenzung zu Facebook geht es hier weniger um informative Inhalte, sondern viel mehr darum, visuelle Erlebnisse zu kreieren und die Nutzer in eine Bildwelt eintauchen zu lassen. Die Sprache Ihres Instagram Kanals sollte vor allem nahbar und authentisch sein – ohne dabei einen visuellen Anspruch zu verlieren. Das Thema „visual Storytelling“ steht bei Instagram im Mittelpunkt: Erzählen Sie Geschichten aus Ihrem Unternehmen – und zwar mit Bildern! Nehmen Sie die Nutzer mit in Ihre Welt. Seien Sie dabei ruhig mutig und gestalten Sie emotionale Bildwelten: Sie können mit Ihren Produkten spielen, Sie können Videos und Gifs, also bewegt Bilder, einstellen. Außerdem gibt Ihnen der Kanal ebenso wie Facebook die Möglichkeit, Ads zu schalten.
Instagram selber bietet viel Inspiration, wie Sie Ihren Kanal optisch ansprechend und einzelne Posts „likeable“ gestalten können und gibt eine Anleitung an die Hand, damit Sie starten können.

Aber wie werden Nutzer auf meinen Instagram Kanal aufmerksam? Hier kommt ein weiteres Element der Social Media Welt ins Spiel: der Hashtag. Hashtag – also die Zusammensetzung aus dem Englischen „hash“ für das Zeichen # und dem Englischen Wort für Markierung – macht Ihre Posts auffindbar. Der Hashtag dient als Schlagwort und macht Ihre Posts auffindbar, wenn Nutzer danach suchen. Deshalb ist es sinnvoll zu einem Bild thematisch passende Hashtags zu verwenden und zunächst solche zu wählen, die viele Beiträge haben. Überlegen Sie sich, welche Schlagworte zu Ihrem Bild, das Sie posten wollen, passt. Instagram macht es dem Nutzer leicht und zeigt bei der Eingabe des Hashtags eine Auswahl bereits existierender Hashtags und die Anzahl der dazugehörigen Posts an. Weitere wertvolle Tipps zur Verwendung und Relevanz von hashtags finden Sie hier.

Kurz: Betrachten Sie Instagram als eine Art „Wohlfühl-Kanal“ und bieten Sie lifestylige, emotionale Bildinhalte, die man einfach liken muss.
Hauptaltersgruppe: 18 – 34

WER NUTZT WELCHEN SOCIAL MEDIA KANAL?
Altersverteilung Instagram Nutzer in %*
  • 18-24
  • 25-34
  • 35-44
  • 45-54
  • 55-64
  • 65+
CORPORATE BLOG

Als Unternehmer haben Sie einiges zu erzählen: Von der Entstehung eines Produkts, über die Vorstellung Ihrer Mitarbeiter bis hin zur Geschichte von Materialien oder Inhaltsstoffen – die Liste kann geht natürlich noch weiter. Alles, was Ihre Kunden interessieren könnte, können Sie in Ihrem Unternehmens-Blog erzählen. Quasi wie im wahren Leben – nur online.

Sie brauchen Inspiration? Fragen Sie sich, was Sie an anderen Unternehmen als Kunde interessiert. Machen Sie das, was Sie auch offline tun würden, wenn Sie mit Kunden sprechen – beraten Sie, erklären Sie und geizen Sie nicht mit Infos. Keine Angst – Sie vergraulen Ihre Kunden nicht. Das Gegenteil ist der Fall.
Ein großartiges Beispiel dafür, wie sich ein Corporate Blog positiv auf das Unternehmen und den Abverkauf auswirkt, ist der Saftblog, betrieben von der Inhabern der Walther Säfte, Kirstin Walther, und mehrfach in Fachliteratur genannt.
Man darf sich aber auch ruhig etwas von den „Großen“ abschauen: Der vor kurzem gelaunchte Ikea-Unternehmensblog gibt Einblicke in die Aktivitäten rund um das schwedische Unternehmen, der Versandthandel Otto nimmt uns in dem Blog twoforfashion mit in die Welt zweier Bloggerinnen, die rund um die Themen Mode, Lifestyle und Beauty schreiben. Auch das ist also möglich: Sie können renommierte Blogger als Freelancer für sich schreiben lassen. Sie können aber auch Ihre Mitarbeiter dazu motivieren, für den Blog zu schreiben.

Kurz: Die Möglichkeiten, worüber sie schreiben sind schier unendlich und ein Konzept ist auf jeden Fall hilfreich. Versetzen Sie sich in die Sicht Ihrer Kunden und Fragen Sie sich, was Ihre Kunden interessiert. Worüber lesen Sie, was bewegt Sie, was sind Ihre Hobbies, wie sieht Ihr Alltag aus?

Erstellen Sie mehrwertigen Content, der erklärend, informativ und nahbar ist, so dass Sie Einblicke in Ihr Unternehmen, Ihre Marke geben und mit Symapathieeffekt bei den Lesern im Gedächtnis bleiben.

P.S.: Fragen beantworte ich übrigens gerne – einfach eine Mail an kontakt@catharinasiemer.de

Bis bald – Ihre Catharina Siemer

Catharina Siemer
Über Catharina Siemer
Medienwissenschaftlerin, Beraterin für Online Kommunikation und Bloggerin mit Leidenschaft für's Backen, Laufen und David Bowie. Als Doktorandin an der HBK Braunschweig forsche ich zum Phänomen "Partizipation im Social Web" und der Frage, wie Unternehmen Online Kommunikation sinnvoll gestalten können. P.S.: Norddeutscher Humor gibt's on Top. Bis bald!

Noch keine Kommentare

Leave a Comment

DREI FÜR ALLE FÄLLE – FACEBOOK, INSTAGRAM + CORPORATE BLOG